Mit Sommerreifen durch den Winter. Was habe ich zu erwarten?

von Michael Schmidl

Seit 2010 nor­miert die Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung ei­ne si­tua­ti­ons­ab­hän­gi­ge Win­ter­rei­fen­pflicht. Da­na­ch darf ein Kraft­fahr­zeug bei Glatt­eis, Schnee­glät­te, Schnee­mat­sch, Eis – oder Reif­glät­te nur mit M & S — Rei­fen ge­fah­ren wer­den. Doch wel­che Kon­se­quen­zen dro­hen, v.a. wenn es auf­grund ei­ner un­zu­rei­chen­den Be­rei­fung zu ei­nem Ver­kehrs­un­fall kommt?

Zu­nächst han­delt es si­ch um ei­ne Ord­nungs­wid­rig­keit, die ge­mäß Buß­geld­ka­ta­log ei­ne Stra­fe von 60 € bis 120 € so­wie ei­nem Punkt in der Ver­kehrs­sün­der­kar­tei in Flens­burg nach si­ch zieht. Doch da­mit nicht ge­nug. Kommt es zum Un­fall, weckt ein Ver­stoß ge­gen die Win­ter­rei­fen­pflicht auch das In­ter­es­se der Ver­si­che­rer.

Nimmt der Be­trof­fe­ne be­züg­li­ch des Scha­dens am ei­ge­nen Fahr­zeug sei­ne Kas­ko­ver­si­che­rung in An­spruch, wird die­se ei­ne gro­be Fahr­läs­sig­keit be­züg­li­ch der Her­bei­füh­rung des Un­fal­les prü­fen und ggf. die Scha­dens­sum­me ent­spre­chend des Gra­des des Ver­schul­dens kür­zen. Dies nicht im­mer zu Recht. Ge­ra­de weil die Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung kei­nen kon­kre­ten Zeit­rah­men be­züg­li­ch der Win­ter­rei­fen­pflicht vor­gibt, reicht wech­sel­haf­tes Wet­ter re­gel­mä­ßig no­ch nicht für die An­nah­me gro­ber Fahr­läs­sig­keit aus. Al­lein Tem­pe­ra­tu­ren im Mi­nus­be­reich so­wie Schnee­fall an den vor­an­ge­gan­ge­nen Ta­gen er­fül­len die Vor­aus­set­zun­gen eben­so re­gel­mä­ßig no­ch nicht. An­ders ver­hält es si­ch z.B., wenn der Ver­si­che­rungs­neh­mer im Win­ter in ei­nem Ski­ge­biet mit Som­mer­rei­fen ei­nen Un­fall ver­ur­sacht ...

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