Urteil zur Haftung des Hufschmieds beim Beschlagen eines Pferdes

Oberlandesgericht Köln, Urteil vom 02.09.2016 - 19 U 129/15 Urteil zur Haftung des Hufschmieds beim Beschlagen eines Pferdes Der Kläger verlangt von einem Hufschmied Schadensersatz in Höhe von 350.000 Euro, weil dieser eine Hufe seines TurnierPferdes zu kurz ausschnitten hatte und das Pferd danach lahmte. Trotz der chronischen Lahmheit setzte der Kläger das Pferd im Jahr 2012 noch bei einem Dressurwettbewerb ein. Anfang 2013 ließ er es einschläfern. Der Sachverhalt

Der Kläger hatte im Jahr 2006 für 14.500 Euro ein Springpferd gekauft und mit diesem auf nationalen und internationalen Turnieren Preisgelder von über 15.000 Euro gewonnen. Während der Turniere wurde das Tier jeweils im Rahmen eines "Vet-Check" ohne Befund auf Lahmheit hin untersucht.

Im Jahr 2009 beschnitt der beklagte Hufschmied die Hufe mittels "Heißbeschlags". Hierbei schnitt er einen Huf zu kurz aus. Danach lahmte das Pferd, dessen Wert nach Ansicht des Klägers zwischenzeitlich auf 350.000 Euro gestiegen war. Trotz der chronischen Lahmheit setzte der Kläger das Pferd im Jahr 2012 noch bei einem Dressurwettbewerb ein. Anfang 2013 ließ er es einschläfern.

Der Kläger hat in erster Instanz vor dem Landgericht Köln vergeblich Schadensersatz in Höhe von 350.000 Euro verlangt. Das Oberlandesgericht Köln bestätigte die klageabweisende Entscheidung.

Das Urteil des Oberlandesgerichts Köln

Die Klage blieb auch vor dem Oberlandesgericht Köln (Urteil, Az. 19 U 129/15) ohne Erfolg. Für den Kläger streite ein sogenannter Anscheinsbeweis. Wenn nach einer fehlerhaften Beschneidung und Beschlagung durch den Hufschmied das vorher erfolgreiche und als gesund getestete Turnierpferd lahme, dann sei nach der Lebenserfahrung davon auszugehen, dass die fehlerhafte Behandlung durch den Hufschmied auch ursächlich für die Springuntauglichkeit des Pferdes geworden sei ...

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