Vertrag heisst „vertragen“ – nur: In welcher Sprache?

von Jessica Große Wortmann

Juristische Fachübersetzungen sind das internationale Bindeglied für einen reibungslosen Ablauf im privaten- und wirtschaftlichen Miteinander

Die viel gepriesene Globalisierung endet häufig an der Staatsgrenze, denn die verschiedenen Rechtssysteme mit ihren Gesetzen, Kommentaren und Interpretationen sind selbst in Europa längst nicht so kompatibel, wie es uns die Politik gern glauben machen möchte. Auch wenn es kaum noch Grenzkontrollen in Europa gibt: Mit dem Verlassen des eignen Staates, und vor allem mit Verlassen der heimischen Sprachregion, reist der Europäer häufig in die Rechtsunsicherheit.

Jeder Jurist kennt aus dem Studium den Fall „Haakjöringsköd“, als Walfisch-Fleisch plötzlich zu Haifisch-Fleisch wurde, eine Prozesslawine auslöste und zum Präzedenzfall avancierte. Die Ursache dafür war ebenso simpel wie tragisch: Ein Übersetzungs- bzw. Verständnisfehler.

By Asurnipal (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Für Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte, Polizeibeamte, Mitarbeiter des Gerichts usw. gilt deshalb schon länger der Grundsatz, dass Verträge, AGBs, Urteile, Gesetze und anderen Unterlagen unbedingt von juristischen Fachübersetzern in die jeweils landesübliche Sprache und auch in das landesübliche Rechts-Verständnis transferiert werden.

Und was höchstrichterlich inzwischen zum Alltag gehört, hat auch privatwirtschaftlich schon längst erhebliche Relevanz. Der internationale Handel umfasst eine Vielzahl von schriftlichen Absprachen und Verträgen, die nur exakt übersetzt das wirtschaftliche Gewollte gewährleisten können.

International geerbt. Was gilt?

Selbiges gilt zunehmend auch für Privatpersonen. Wer beispielsweise in Deutschland wohnt, in Frankreich erbt und sowohl in Polen als auch in der Schweiz erbberechtigte Verwandte hat, der steht, zusammen mit seinem IPR Anwalt, vor einer echten Herausforderung ...

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