Reiseveranstalter kennt Mangel: Mängelanzeige überflüssig?

Ein Beitrag von anwalt.de Reiseveranstalter kennt Mangel: Mängelanzeige überflüssig? Urlauber müssen dem Reiseveranstalter etwaige Mängel rechtzeitig melden - ansonsten ist eine Minderung des Reisepreises nicht möglich. Hiervon gibt es nur wenige Ausnahmen, z. B. wenn der Veranstalter eine Mängelbeseitigung kategorisch ablehnt. Nicht immer halten Reiseprospekte, was sie versprechen. Statt eines Erholungsurlaubs erwarten den Urlauber oft genug Ferien auf einer Baustelle, ungenießbares Essen oder dreckige bzw. ungezieferverseuchte Zimmer. Der Reiseveranstalter erfährt hiervon in der Regel erst durch eine Mängelanzeige des betroffenen Urlaubers. Doch muss der Reiseveranstalter auch auf einen Mangel hingewiesen werden, den er längst kennt? Lärmbelästigung durch Bauarbeiten

Ein Ehepaar wollte knapp zwei Wochen in einem Hotel auf Teneriffa verbringen. An Erholung war jedoch nicht zu denken - vielmehr sorgten lautstarke Bauarbeiten im Hotel eher für Verspannung als Entspannung. Erst wenige Tage vor ihrer Heimreise zeigte das Ehepaar den Mangel gegenüber der Reiseleitung an. Hier kam heraus, dass der Reiseveranstalter den Mangel bereits kannte.

Wieder zu Hause angekommen, machte der Ehemann eine Minderung des Reisepreises sowie eine Entschädigung wegen vertaner Urlaubszeit geltend. Der Reiseveranstalter hielt sich jedoch nicht für zahlungspflichtig. Schließlich habe das Ehepaar den Mangel erst kurz vor ihrer Abreise moniert - und damit zu spät. Der Ehemann argumentierte, dass er sich sehr wohl früher beschwert habe und eine Mängelanzeige im Übrigen unnötig gewesen sei. Schließlich sei dem Veranstalter der Mangel bekannt gewesen - dennoch habe er nicht für Abhilfe gesorgt. Der Streit der Parteien endete vor Gericht.

Reisemängel müssen stets angezeigt werden

Der Bundesgerichtshof (BGH) war der Ansicht, dass eine rechtzeitige Mängelanzeige selbst dann nötig ist, wenn der Reiseveranstalter den Mangel bereits kennt ...

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