Short Attack: Angriff der Leerverkäufer

von Richard Mayer Uellner

In diesem Jahr sind mehrere börsennotierte Unternehmen zum Ziel heftiger Attacken von Leerverkäufern ("Short Seller") geworden. Wie können Unternehmen sich wehren?

Short Seller setzen auf einen fallenden Aktienkurs, indem sie sich zum Beispiel Aktien leihen, diese verkaufen und anschließend zu einem günstigeren Kurs zurückkaufen. Vor dem Rückkauf wird häufig versucht, durch öffentliche Vorwürfe den Börsenkurs zum Absturz zu bringen.

Den betroffenen Unternehmen drohen neben Kursverlusten massive Rufschäden.

„Shareholder Activism″ und „Short Attacks″

Während aktivistische Aktionäre in der Regel versuchen, den Börsenkurs zu steigern, indem sie mehr oder minder aggressiv auf Veränderungen hinwirken, zielen die Short Seller – oft auch durch aktive Einflussnahme – auf einen sinkenden Börsenkurs ab.

In den USA ist dieses Phänomen schon lange zu beobachten. In Deutschland sind zuletzt Wirecard und Ströer zum Ziel solcher Angriffe geworden. Sie werden erleichtert durch die hohe Volatilität an den Börsen, aber auch durch den elektronischen Handel: Die Nutzung von Algorithmen kann das Tempo und Ausmaß von Kursausschlägen deutlich verstärken.

Präventive Maßnahmen gegen Short Seller

Um Attacken von Leerverkäufern vorzubeugen, sollte das Unternehmen sorgfältig auf mögliche Schwachpunkte untersucht werden. Die Short Seller wählen ihre Angriffsziele anhand typischer Kriterien. Hierzu gehören z.B. eine zu enge Verflechtung mit Großaktionären, fehlende Unabhängigkeit bzw. Vielfalt im Aufsichtsrat, eine unangemessen hohe Managementvergütung oder ein ungenügendes Compliance-System. Je mehr dieser Kriterien zutreffen, desto eher eignet sich das Unternehmen als Angriffsziel.

Daneben sollten auch Handelsbewegungen beobachtet werden, um Short-Positionen identifizieren zu können ...

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