Der Baugrund und das damit einhergehende Bodenrisiko (II)

von Rainer Proksch

Kommt es im Laufe des Bauablaufs zu Behinderungen durch archäologische Funde, Munition oder andere Altlasten im Boden, ist dies in der Regel der Risikosphäre des Auftraggebers zuzuordnen. Sie berechtigen den Auftragnehmer zu einer Bauzeitverlängerung und zu entsprechenden Mehrkostenanforderungen.

Sofern der Auftraggeber der Eigentümer des Grundstückes ist, treffen ihn hinsichtlich archäologischer Funde ebenso wie den Auftragnehmer als Entdecker gesetzliche Anzeige- und Sicherungspflichten. In der Regel ist es dann so, dass die FIDIC Vertragsmuster ein Anordnungsrecht des Auftraggebers in Bezug auf eventuelle Funde vorsehen. In der Folge hat der Auftraggeber zu entscheiden, wie mit einem Fund zu verfahren ist. Daraus resultierende Mehrkosten und eventuelle Terminverlängerungen können dann vom Auftragnehmer eingefordert werden.

Bodenbeschaffenheit: Gründungsrisiko

Das sogenannte Gründungsrisiko verschärft sich zunehmend, je höher sich die Leistungserschwerungen infolge unerwarteter Bodenbeschaffenheiten darstellen. Aus diesem Grund wird üblicherweise eine differenzierte Risikotragung vereinbart. Im Idealfall stellt der Auftraggeber dem Auftragnehmer zusammen mit der Ausschreibung, spätestens vor Abgabe des letzten Angebots, ein Bodengutachten oder sonstige, für die Planung geeignete Informationen und Daten zum Baugrund zur Verfügung. Grundsätzlich prüft der Auftragnehmer diese Daten in eigener Verantwortung und legt sie seiner Planung zu Grunde.

Es sollte für beide Seiten klar sein, dass die Informationen zutreffend und für die Zwecke des Vertrages als vollständig anzusehen sind. Die daraus abzuleitende Bodenbeschaffenheit gilt damit zwischen den Parteien als repräsentativ für den gesamten Baugrund ...

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