„Hi Arschloch“ ist kein legerer Umgangston am Arbeitsplatz

von Thorsten Blaufelder

Bezeichnet eine Arbeitnehmerin eine Kollegin als „faule Sau“ und begrüßt sie diese mit „Hi Arschloch“, kann ihr fristlos gekündigt werden. Die Ausrede eines „legeren Umgangstons“ am Arbeitsplatz entkräftet die schweren Beleidigungen hier nicht, entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem am Donnerstag, 10.11.2016, veröffentlichten Urteil (AZ: 4 Sa 350/15).

Damit ist eine 46-jährige Kinderkrankenschwester ihren Job nun los. Die Frau arbeitete seit fast 20 Jahren in einer Einrichtung der Caritas. Doch mit ihren Kolleginnen und Kollegen ging die Frau nicht gerade zimperlich um. Am 07.07.2014 erteilte ihr Arbeitgeber ihr drei Abmahnungen. Einmal wurde sie wegen „Entfernens vom Arbeitsplatz“ abgemahnt, dann wegen einer „Tätlichkeit“ und schließlich wegen der Beleidigung einer Kollegin als „linke Bazille“.

Am Abend des 30.09.2014 wollte sie sich per SMS an ihre vorgesetzte Gruppenleiterin über ihre Arbeit nach eigenen Angaben „beschweren“ beziehungsweise „Kritik“ üben. Darin schrieb sie: „Hi Arschloch. Meine liebe Irene könnt sich heute noch bekotzen, dass du sie umarmt hast u. dich verabschiedet hast!“ Es folgte der Hinweis, dass die Kollegin bereit war, „Tuberkulose ins Haus zu schleppen“ und sie „generell fünf Kinder aus Feinheit nicht betreut“ hat. Es fielen zudem noch die Worte „faule Sau“.

Die Caritas-Einrichtung kündigte daraufhin der Kinderkrankenschwester fristlos, hilfsweise außerordentlich mit Auslauffrist zum 30.06.2015.

Diese legte Kündigungsschutzklage ein und verlangte zudem die Entfernung der Abmahnungen aus ihrer Personalakte ...

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