Bayerischer Städtetag: Wachsen und Schrumpfen im Landesentwicklungsprogramm – Wird das LEP der Bevölkerungsentwicklung noch gerecht?

Bayerischer Städtetag: Wachsen und Schrumpfen im Landesentwicklungsprogramm – Wird das LEP der Bevölkerungsentwicklung noch gerecht?

15. November 2016 by Klaus Kohnen

2013 wurde die Staatszielbestimmung der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in das Landesentwicklungsprogramm (LEP) übernommen. Darüber hinaus wurde dem demografischen Wandel ein Fachkapitel gewidmet. Dieses Fachkapitel beschreibt das Phänomen der Abwanderung und hat deren Verminderung zum Ziel. In einem weiteren Kapitel bestimmt das LEP als Ziel, Teilräume mit besonderem Handlungsbedarf vorrangig zu entwickeln, und stellt dabei gleichsam wesentlich auf den Bevölkerungsverlust ab.

Die Ende des letzten Jahres bekannt gegebene regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2034 des Bayerischen Landesamts für Statistik zeichnet aber inzwischen ein anderes Bild: Nur noch knapp ein Viertel der bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern verzeichnen einen Rückgang der Bevölkerung, während über die Hälfte dieser Kommunen einen Bevölkerungszuwachs verzeichnen. Noch 2013 war je ein Drittel der Kreise von Rückgang oder Wachsen der Einwohnerzahl betroffen. Diese Entwicklung zeigt, dass es richtig ist, ein besonderes Augenmerk auf Kommunen mit Bevölkerungsrückgang zu richten. Gleichzeitig ist überfällig, auch starkes Wachstum als Erscheinungsform des demografischen Wandels anzuerkennen und im Landesentwicklungsprogramm zu verankern. Bereits im Tagungspapier des Bayerischen Städtetags 2015 zum demografischen Wandel wurde dargelegt, dass die Kurzformel „Weniger, älter, bunter“ nicht die vielen, kleinräumig unterschiedlichen Entwicklungen in Bayern beschreiben kann, zumal Wachstum als Element des demografischen Wandels nicht in der Formel abgebildet ist.

Selbst bei schrumpfenden Städten liegt der Grund des Bevölkerungsrückgangs selten in der Abwanderung ...

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