Skiunfall eines Versicherungsvertreters

Das Bayerische Landessozialgericht (LSG) hat mit Urteil vom 26. März 2015 (L 17 U 409/14) entschieden, dass die private Verrichtung des Skifahrens und die berufliche Tätigkeit Unfallursache sein können, wenn ein selbstständiger Versicherungsvertreter während des Skifahrens Kundenanrufe entgegennimmt und dabei stürzt. In diesem Fall tritt die versicherte berufliche Tätigkeit in den Hintergrund, da das Fahren auf schweren Pisten per se gefährlich ist.

Als sehr geübter Skifahrer war ein selbstständiger Versicherungsvertreter auf einer sog. schwarzen Piste unterwegs, bekleidet mit einem Skihelm, in dem ein Headset integriert war. Während einer Abfahrt erhielt er einen Kundenanruf, der eine Frage zu einer Kfz-Versicherung hatte. Aus Gründen der besseren Akustik drehte der Kläger die Lautstärke höher und griff dabei mit der rechten Hand an die linke Seite des Helms. Leider übersah er dabei einen quer zur Piste verlaufenden Ziehweg, stürzte und verletzte sich schwer.

Die Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung als Arbeitsunfall ab und wies auch seinen Widerspruchsbescheid zurück. Gegen die daraufhin vom Sozialgericht Würzburg abgewiesene Klage legte er Berufung vor dem Bayerischen (LSG) ein. Die Richter stellen fest, dass der Kläger als freiwillig versicherter Unternehmer einer gemischten Tätigkeit nachgegangen sei, indem er das rein private Skifahren mit dem beruflich bedingten Telefonieren verbunden hatte.

Grundsätzlich führe die gleichzeitige Verrichtung der privaten Tätigkeit „Skifahren“ nicht dazu, dass die Eigenschaft des Klägers als Versicherter bei der Beklagten wieder entfällt ...

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