Teilabnahme beim Bauträgervertrag – Gefahr für Käufer und Bauträger

von Wilfried Recker

Der Bauträgervertrag ist ein Vertragstyp eigener Art, der auf die Errichtung eines Bauwerks und die Verschaffung des Eigentums an Grundbesitz i.S. einer einheitlichen Leistung gerichtet ist. Der Bauträgervertrag enthält deshalb, soweit er die Errichtung des Bauwerks zum Gegenstand hat, zwar auch Elemente des Werkvertrages. Dennoch sind die Bestimmungen des Werkvertragsrechts des Bürgerlichen Gesetzbuchs nur dann auf den Bauträgervertrag anwendbar, wenn sie mit dessen einheitlichen Leistungsgegenstand vereinbar sind. Das gilt auch für die werkvertragliche gesetzliche Abnahmeregelung.

Das Werkvertragsrecht erlaubt die Vereinbarung von Teilabnahmen für solche Teile eines Bauwerks, die sich bei natürlicher Betrachtungsweise abtrennen lassen und insoweit eine sinnvolle, gebrauchstauglich selbständige Einheit bilden. Die Teilabnahme einzelner Baugewerke ist deshalb in dem auf eine einheitliche Leistung gerichteten Bauträgervertrag von vorneherein ausgeschlossen. Ebenso ausgeschlossen ist die Teilabnahme regelmäßig bei Bauträgerverträgen, die die Errichtung eines Einfamilienhauses zum Gegenstand haben. Denn die sinnvolle Nutzung eines Bauwerkteiles vor Fertigstellung des gesamten Gebäudes ist bei einem Einfamilienhaus im Zweifel ausgeschlossen ...

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