Schwarze Rhetorik: Gutmenschenlektion 1: zerfleische nicht dich, sondern den Feind!

von Eva Engelken

Mit dem vermutlich nicht mehr aufzuhaltenden Einzug Trumps ins Weiße Haus könnten sich die Anhänger vulgärer beleidigender Sprache auch hierzulande ermutigt fühlen, fortan ungebremst aufzutrumpen. Zeit für ein paar Lektionen in Schwarzer Rhetorik. Heute zum Thema Selbstzerfleischung.

Als moralisch rechtschaffener Mensch, um mal so richtig altehrwürdig klingende Begriffe zu benutzen, meint man es gut. Und wenn das Gute in der Welt will, beginnt man gerne damit, niemanden ausgrenzen zu wollen. Ausgegrenzt werden sollen weder die Schwulen, obwohl die sich meistens ganz gut zu helfen wissen, noch die Lesben, noch die Alten oder Behinderten und – war da was? – ach ja, die Frauen, zu denen man mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von 50 % selber gehört.

Bloß niemanden ausgrenzen um den Preis der Selbstaufgabe

Nicht ausgrenzen wollen ist ein hehres Ziel, doch schon beim allerersten Versuch, alle unter einer knackigen Aussage zu vereinen, geht’s in die Hose. Gesetzt den Fall, man wollte alle Demokratiebekenner unter der Flagge „Solidarität, Freiheit und Feminismus“ in ein Boot holen, erleidet man zwangsläufig Schiffbruch. Denn sofort brechen auf kippeligen Böötchen heftige Diskussionen aus.

Gestern, am schwarzen Mittwoch, dem 9. November, Judenprogrom, Tag des Mauerfalls 1989 und Wahl Trumps 2016, diskutierte ich auf Facebook und verwendete das Wort „feministisch“ ...

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