Haf­tungs­ver­tei­lung bei Park­plat­zun­fäl­len

von Michael Schmidl

Park­plat­zun­fäl­le sind für die Be­tei­lig­ten in der Re­gel be­son­ders är­ger­li­ch, da die Ver­si­che­rer oft­mals oh­ne nä­he­re Be­grün­dung le­dig­li­ch 50 % des gel­tend ge­mach­ten Scha­dens re­gu­lie­ren und nur dar­auf ver­wei­sen, dass ge­ra­de auf Park­plät­zen er­höh­te Sorg­falts­an­for­de­run­gen an al­le Ver­kehrs­teil­neh­mer ge­stellt wer­den. Hin­zu kommt dann no­ch, dass auch die Ge­gen­sei­te 50 % des ihr ent­stan­de­nen Scha­dens gel­tend macht und da­mit re­gel­mä­ßig ei­ne Rück­stu­fung in der Kraft­fahrt­haft­pflicht­ver­si­che­rung (KH) ein­her­geht. Den Ein­wand, man wä­re vor der Kol­li­si­on no­ch zum Ste­hen ge­kom­men und man kön­ne “si­ch ja schließ­li­ch nicht in Luft auf­lö­sen”, hat man bis­her im Ge­richts­saal eben­so we­nig gel­ten las­sen wie den­je­ni­gen des ge­tun­nel­ten Ver­tei­di­gers ge­gen­über dem schwung­voll auf­lau­fen­den Stür­mer auf dem Fuß­ball­platz. Foul!

Auch die Ober­ge­rich­te ha­ben re­gel­mä­ßig ei­ne Haf­tungs­ver­tei­lung 1 : 1 vor­ge­nom­men und die Pra­xis der KH-Versicher ex­pli­zit ge­bil­ligt. Be­grün­dung: Ge­ra­de dann, wenn si­ch der Un­fall in ei­nem en­gen zeit­li­chen und räum­li­chen Zu­sam­men­hang mit dem Zu­rück­set­zen ei­nes Kraft­fahr­zeu­ges er­eig­net hat, soll­te es nicht dar­auf an­kom­men, ob das zu­rück­set­zen­de Fahr­zeug vor der Kol­li­si­on no­ch zum ste­hen kam. Nur dann, wenn das zu­nächst zu­rück­set­zen­de Fahr­zeug be­reits län­ge­re Zeit vor der Kol­li­si­on ge­stan­den ist, soll­te der ge­gen den rück­wärts Fah­ren­den spre­chen­de An­scheins­be­weis nicht mehr grei­fen ...

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