Der Kampf um Fachkräfte – eine besondere Herausforderung für Schwimmbadbetreiber

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Die Freibadsaison ist vorbei, aber das Problem bleibt bestehen: Fachangestellte für Bäderbetriebe werden dringend gesucht. Das betrifft insbesondere Kommunen und kommunale Unternehmen, die Bäder betreiben, als Arbeitgeber. Zu Beginn der diesjährigen Badesaison suchten 170 Kommunen Nachwuchs für eine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe. Rund 400 Städte und Betriebe benötigten sofort ausgebildete Fachkräfte und Schwimmmeister. Und für Alternativlösungen zu eigenem Fachpersonal macht es die aktuelle Rechtsentwicklung immer schwieriger, Aushilfen effektiv sowie Drittpersonal rechtssicher einzusetzen.

Einschlägigen Statistiken zu Folge ist fast jede zehnte Stelle in deutschen Bädern unbesetzt: Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister (BDS) kommen auf rund 26.000 Fachkräfte in rund 6.500 Bädern in Deutschland rund 2.500 unbesetzte Stellen. Dieser massive Fachkräftemangel erfordert dringend nachhaltige strukturelle Veränderungen, um sowohl die einschlägigen Berufsbilder als auch die Bäderbetriebe selbst als Arbeitgeber attraktiver zu machen.

Dass hier bereits bei der Tarifstruktur des Öffentlichen Dienstes einiges im Argen liegt, zeigt ein Urteil (Az. 7 Sa 754/15) des Landesarbeitsgericht (LAG) Düsseldorf vom 4.11.2015: Hier hatte eine kommunale „Fachangestellte für Bäderbetriebe“ versucht, höher eingruppiert zu werden als für Badehelfer ohne Fachabschluss vorgesehen. Denn nach dem Wortlaut des Tarifvertrags steht solchen Badehelfer ein Aufstieg in eine höhere Entgeltgruppe zu – nicht jedoch Fachangestellten, die nach dem 1.10.2005 eingestellt worden sind! Das LAG Düsseldorf wies die Klage ab, weil die Fachangestellte nicht auf die gleiche, sondern auf eine höhere Eingruppierung geklagt hatte – soweit konnte das LAG sich aber nicht über den Wortlaut des Tarifvertrags hinwegsetzen ...

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