Die teure Rache des Verlassenen: Geldentschädigung bei Nacktaufnahmen

von Sebastian Dramburg

Wenn eine Beziehung zu Ende geht, ist das meist schmerzhaft, besonders für denjenigen, der verlassen wurde. Wenn der Ex-Partner bereits kurze Zeit nach der Trennung in einer neuen Beziehung ist, wird aus Trauer Wut. Wut bringt Manche dazu, alle noch vorhandenen Sachen des Partners zu zerstören. Fotografien der gemeinsamen Zeit werden oft zerrissen oder gelöscht.

Manchmal sind auch Nacktaufnahmen des Ex–Partners dabei; hier hat der Abgebildete einen Anspruch auf Löschung der intimen Bilder (siehe: „Nacktfotos aus der Beziehungszeit: Anspruch auf Löschung nach der Trennung“). Aber was ist, wenn das Bedürfnis nach Rache die Verlassenen so weit bringt, die prekären Aufnahmen ins Netz zu stellen und zu verbreiten?

Der Anspruch auf Geldentschädigung

Neben dem jeweiligen Anspruch auf Unterlassung kommt auch ein Anspruch auf Geldentschädigung gemäß § 823 Abs. 1 BGB i.V.m. Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG in Betracht. Ebenfalls sieht der Gesetzgeber gem. § 33 KUG eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr vor, wenn die Verbreitung eines Bildnisses gegen die Einwilligung des Betroffenen geschieht.

Um einen Geldentschädigungsanspruch geltend zu machen, muss eine unmittelbare Verletzung stattgefunden haben. Außerdem muss der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht so schwer wiegen, dass die Nachteile, die durch den Eingriff für den Betroffenen entstanden sind, so erheblich sind, dass sie in keiner anderen Weise ausgeglichen werden können.

Natürlich ist die Entscheidung, wann ein Eingriff derartig schwer wiegt, von Fall zu Fall zu beurteilen. Bei der Veröffentlichung von Nacktaufnahmen ohne Einwilligung jedoch ist die Intimsphäre des Abgebildeten betroffen, was zu dem Anspruch auf eine hohen Geldentschädigung führen kann. Allerdings spielen zusätzlich weitere Kriterien eine Rolle, wie zum Beispiel das Maß der Verbreitung, die Dauer oder Wiederholung, die Auswirkungen auf den Beruf des Geschädigten oder die Art der Darstellung des Bildes ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK