„Rabauken-Jäger“ ist nicht beleidigend

von Arno Lampmann

„Rabauken-Jäger“ ist nicht beleidigend

Von Arno Lampmann, 20. Oktober 2016

Dass man als „Presseopfer“ mal mit Grund den Glauben an die Menschheit verlieren kann, mag ein Jäger aus Pasewalk wohl gut nachempfinden.

Der Mann hatte in vor längerer Zeit durch ein Unfallereignis exorbitant in Mitleidenschaft gezogenes und schon länger totes Reh kurzerhand mit einem Strick an der Anhängerkopplung befestigt und dann aus der Gefahrenzone gezogen, um sich an sicherer Stelle um eine ordnungsgerecht- und waidgerechte Kadaverentsorgung zu kümmern.

Die Szene mit dem Seil war nun einem Lokaljournalisten vor die Linse gekommen, der ohne groß nachzufragen die Mär vom „Rabaukenjäger“ niederschrieb und in der ansonsten für knallharte Recherche bekannten Haff-Zeitung veröffentlichte. Vermeintlich grundlos angegriffen erstatte der Jäger Anzeige wegen Beleidigung und obsiegte auch in den gängigen und für solcherart Kleinkram zuständigen Instanzen (Amtsgericht Pasewalk, Landgericht Neubrandenburg).

Der Redakteur akzeptierte das Bußgeld nicht und rief das Oberlandesgericht Rostock (OLG Rostock, Urteil v. 09.09.2016, Az. 20 RR 66/16) an. Dieses setzte sich auf eine – sagen wir mal – intellektuellere Art und Weise mit der Berichterstattung auseinander und sprach den Zeitungsmann vom Vorwurf der Jäger-Beleidigung frei: Presserecht und Meinungsfreiheit gehen vor ...

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