Der Streit um die Impfung des Kindes

Anna Hönig

Wesentliche Belange, die ein gemeinsames Kind betreffen, sind von beiden sorgeberechtigten Eltern gemeinsam zu treffen.Zu den wesentlichen Belangen gehören u. a. auch die Entscheidungen, in welchen Kindergarten oder auf welche Schule das Kind gehen soll, welchen Namen das Kind tragen soll, ob es getauft werden soll und vieles mehr. Ebenso dazu gehören Belange, die die Gesundheit des Kindes betreffen.

In einem Fall vor dem Amtsgericht Darmstadt (Beschluss v. 11.6.2015, Az 50 F 39/15 SO) beantragte eine Mutter, dass sie allein darüber entscheiden möchte, dass das gemeinsame Kind gegen die Krankheiten Keuchhusten, Tetanus, Diphtherie und Masern und Pneumokokken geimpft werden darf.

Eine Impfung stellt eine wesentliche Entscheidung im Bereich der Gesundheitsfürsorge dar und muss grundsätzlich von beiden Elternteilen gemeinsam getroffen werden, soweit die Eltern die elterliche Sorge gemeinsam ausüben. In diesem Fall war es auch so.

Zunächst waren sich die Eltern darüber einig, dass ihr Kind in den ersten Lebensjahren nicht geimpft werden sollte. Der Kindesvater stand Impfungen sehr skeptisch gegenüber, insbesondere den Impfungen gegen Kinderkrankheiten ...

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