Keine Rechnung eines führenden Online-Reisebüros

von Christian Herold

Online-Dienstleister und -Händler scheuen den Ausweis von Umsatzsteuer in ihren Rechnungen zuweilen wie der Teufel das Weihwasser, insbesondere wenn die Leistungen auch an Kunden mit Sitz im Ausland erbracht werden bzw. erbracht werden können. Zugegebenermaßen würde ich einem entsprechenden Mandanten angesichts der zum Teil unabsehbaren Folgen bei einer Lieferung/Dienstleistung an einen Kunden mit Sitz im Ausland – sofern möglich – auch von einem Ausweis der Umsatzsteuer abraten. Aber das darf nicht zu skurrilen Ergebnissen führen, wie ich sie kürzlich bei der Buchung einer Unterkunft über ein namhaftes Online-Reisebüro erleben musste.

Ich hatte die Unterkunft für meine Teilnahme an dem Deutschen Steuerberatertag in Dresden gebucht. Nach erfolgter Übernachtung bat ich um eine Rechnung. Das Hotel sagte mir, ich müsse mich an das Online-Portal wenden. Von dort erhielt ich dann tatsächlich ein “Schriftstück”, das überschrieben war mit „Ihr Beleg“. Im Kleingedruckten stand aber zu lesen: „Dieses Dokument ist als Beleg/Quittung zu verstehen. Es handelt sich nicht um eine Rechnung.“ Ehrlich gesagt war ich ratlos, weil mir der feine – rechtliche – Unterschied zwischen „Quittung“ und „Rechnung“ nicht geläufig ist, denn es heißt in Abschn. 14.1 des UStAE: „Rechnungen im Sinne des § 14 UStG brauchen nicht ausdrücklich als solche bezeichnet zu werden. Es reicht aus, wenn sich aus dem Inhalt des Dokuments ergibt, dass der Unternehmer über eine Leistung abrechnet ...

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