Internationale Musterverträge im Überblick (I)

Über Jahrzehnte hinweg haben sich im internationalen Anlagenbau Themen, Sachverhalte und Risiken herauskristallisiert, die grundsätzlich immer vertraglich geregelt werden. Der Inhalt der jeweiligen Regelungen (das „Wie“) ist dabei stets verhandelbar, das „Ob“ dieser Regelungen ist hingegen immer notwendigerweise regelungsbedürftig. In den Civil-law-Rechtsordnungen können Regelungsinhalte und insbesondere Rechtsfolgen von Vertragsstörungen oftmals dem jeweils nationalen anwendbaren (Vertrags-)Recht überlassen werden. In den sogenannten Common-law-Ländern wurden hingegen mangels anwendbarem kodifizierten Recht schon seit längerem alle wesentlichen vertraglich beabsichtigten Regelungen auch tatsächlich umfassend vertraglich geregelt. Der Schwerpunkt liegt bei diesen vertraglichen Regelungen auf der Risikoverteilung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Vor allem im angelsächsischen Rechtskreis wurden daher Vertragsmuster entwickelt, die standardmäßig alle regelungsbedürftigen Themen abdecken.

Da Anlagenbauverträge regelmäßig zwischen Vertragsparteien geschlossen werden, die einen unterschiedlichen Rechtshintergrund vorweisen und präferieren, wird in der Praxis mehr und mehr dem Bedürfnis international einheitlicher Regelungen Rechnung getragen und mittlerweile im internationalen Geschäft überwiegend auf Standardverträge zurückgegriffen. Selbst in den Fällen, wo keine bestimmten Vertragsmuster verwendet werden, kann man bei näherer Betrachtung „Anleihen“ bei internationalen Vertragsmustern erkennen ...

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