Im Kleinbetrieb sieht es mit Kündigungsschutz eher schlecht aus

von Thorsten Blaufelder

In einem Kleinbetrieb können hohe krankheitsbedingte Fehlzeiten eine Kündigung rechtfertigen. Das gilt etwa dann, wenn die Fehlzeiten erheblich organisatorische Probleme mit sich bringen und eine Neueinstellung notwendig machen, wie das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem am Dienstag, 11.10.2016, schriftlich veröffentlichten Urteil entschied (AZ: 1 Sa 89/16). Es billigte damit die Kündigung einer medizinischen Fachangestellten (MFA) in einer Arztpraxis.

Die MFA war seit September 2014 bei der Ärztin mit zunächst 12, später mit acht Wochenstunden beschäftigt. Die Praxis hat deutlich unter zehn Mitarbeiter; das Kündigungsschutzgesetz ist daher nicht anwendbar.

2015 war die MFA wiederholt arbeitsunfähig krank, so vom 02.02. bis zum 08.04.2015 sowie vom 20.06. bis 15.08.2015.

Am 14.07.2015 kündigte die Ärztin ordentlich aus betriebsbedingten Gründen. Die hohen Fehlzeiten seien für die Praxis und insbesondere für den Laborbetrieb nur mit einer Neueinstellung zu bewältigen gewesen.

Die Kündigungsschutzklage der MFA hatte vor dem Arbeitsgericht Koblenz noch Erfolg. Das LAG Mainz wies sie nun aber ab. Das Kündigungsschutzgesetz sei wegen der geringen Arbeitnehmerzahl nicht anwendbar ...

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