Darf mich eigentlich jeder verklagen?

Grundsätzlich „Ja“. Aber das heißt nicht, dass derjenige auch erfolgreich sein wird.

Bei einem vom Bundesgerichtshofs* zu entscheidenden Rechtsstreit ging es um die Frage, inwieweit die Partei eines Vertrages von einem Dritten, also jemanden, der an dem Vertrag gar nicht beteiligt war, verklagt werden kann (sogenannte gewillkürte Prozessstandschaft). Dem vom Bundesgerichtshof zu entscheidenden Streit lag im Groben der folgende Sachverhalt zugrunde:

Der Beklagte (nachfolgend B genannt) stellte bei eBay ein Motorrad zum Kauf ein. Der Startpreis sollte 1 € betragen. Nachdem allein der vermeintliche Käufer (nachfolgend K genannt) einen Betrag in Höhe von 1.234,56 € geboten hatte fiel B auf, dass die Produktbeschreibung fehlerhaft war und er beendete deshalb die Auktion. B korrigierte den Fehler und stellte das Motorrad mit einer korrekten Produktbeschreibung erneut bei eBay zum Verkauf ein. K verlangt nun Schadenersatz von B, da er der Ansicht ist, dass er wegen der unberechtigten Beendigung der ersten Auktion eigentlich der Käufer des Motorrads ist. Da B jedoch das Motorrad bereits anderweitig verkauft und übereignet hat, verlangt er die Differenz zwischen seinem bis zum Abbruch der Auktion maßgeblichen Höchstgebot in Höhe von 1 € und den vermeintlichen Zeitwert des Motorrads in Höhe von 4.800,00 € als Schadensersatz. Bevor jedoch Klage erhoben wird, tritt K seine Schadensersatzansprüche unentgeltlich an einen Dritten (nachfolgend D genannt) ab.

Während die vorher mit dem Rechtsstreit befassten Instanzgerichte noch davon ausgegangen waren, dass D zur Erhebung der Klage berechtigt war, sieht dies der Bundesgerichtshof anders und er geht deshalb von der Unzulässigkeit der Klage aus ...

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