Fall Al-Bakr: Suizid in Untersuchungshaft - war es zu verhindern?

von Henning Ernst Müller

Fall Al-Bakr: Suizid in Untersuchungshaft - war es zu verhindern? von Prof. Dr. Henning Ernst Müller, veröffentlicht am 13.10.2016

1,5 Jahre nachdem hier im Beck-Blog Suizidprophylaxe in der Haft Thema war (Fall Middelhoff), wird praktisch mit umgekehrten Vorzeichen dasselbe Thema wieder bedeutsam. Gestern Abend gegen 19.30 Uhr hat sich der syrische Untersuchungshäftling, gegen den der dringende Tatverdacht der Vorbereitung eines terroristischen Sprengstoffanschlags bestand, in seiner Zelle erhängt. Laut Auskunft seines Anwalts galt er als suizidgefährdet und soll auch entsprechend unter Beobachtung gestanden haben.

Anlässlich des Falls Middelhoff, der sich nachträglich wegen der schlafstörenden Dauerüberwachung ("Folter") beschwert hatte, wurde über die gängige Praxis der Überwachung von suizidgefährdeten Gefangenen schon einmal diskutiert.

Das nordrhein-westfälische Justizministerium hat in seinem Bericht im vergangenen Jahr u.a. Folgendes ausgeführt:

Die Verhütung von Suiziden der ihm anvertrauten Gefangenen gehört zu den wichtigsten Aufgaben, die der Justizvollzug zu leisten hat. Die körperliche Unversehrtheit ist nicht nur zu wahren und zu respektieren, sondern auch aktiv zu schützen. Zu dem Schutz der Gefangenen gehört es nicht nur, sie vor Übergriffen Mitgefangener zu schützen, sondern auch, sie davor zu bewahren, sich selbst und ihren Angehörigen Leid zuzufügen. Unmittelbar nach der Aufnahme einer zu inhaftierenden Person in eine Justizvollzugsanstalt erfolgt ein strukturiertes Zugangsgespräch. Ziel ist es, eine suizidale Gefährdung zu erkennen. Das Erstgespräch wird von erfahrenen Bediensteten durchgeführt, die mit der besonderen Problematik vertraut sind. Es gibt verschiedene Maßnahmen, die zum Schutz von Leben und körperlicher Unversehrtheit ergriffen werden können ...Zum vollständigen Artikel


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