Zu viel oder zu wenig? Im Gespräch mit dem Regulierungsexperten Rudolf Böck über die Eigenkapitalzinssätze in der 3. Regulierungsperiode

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Bis zur nächsten Regulierungsperiode für Gas (2018) und Strom (2019) ist es zwar noch ein Weilchen hin, dennoch wird schon seit längerem kontrovers darüber diskutiert, welche Eigenkapitalzinssätze notwendig sind, damit Netzbetreiber in Ausbau und Modernisierung ihrer Netzinfrastruktur weiter investieren können. Anfang 2015 gab es die ersten Meldungen, die Bundesnetzagentur (BNetzA) plane in der 3. Regulierungsperiode die Eigenkapitalzinssätze zu senken. Diese Gerüchte haben sich zwischenzeitlich bewahrheitet: Für Neuanlagen will die Regulierungsbehörde den Netzbetreibern statt bisher 9,05 Prozent nur noch 6,91 Prozent Eigenkapitalverzinsung zugestehen. Für Altanlagen sieht der aktuelle Beschluss eine Senkung der Eigenkapitalverzinsung von 7,14 Prozent auf 5,12 Prozent vor.

Die Lager sind gespalten. Während einige Verbände diese Kürzungen noch nicht weit genug gehen und die Wirtschaftspresse immer noch von ungerechtfertigten „Traumrenditen“ zu Lasten des Verbrauchers schreibt, ächzen die Netzbetreiber, dass wichtige Investitionen in die Netze so kaum möglich sind. Ja was denn nun? Wir wollten es genau wissen und haben den Wirtschaftsprüfer und Regulierungsexperten Rudolf Böck gefragt.

Energieblog: Sehr geehrter Herr Böck, wir freuen uns, dass Sie sich für ein klärendes Gespräch die Zeit nehmen. Sie werden sicherlich aktuell mit vielen Fragen von Vertretern aus der Energiebranche konfrontiert.

Böck: Tatsächlich besteht, nun da die Eigenkapitalzinssätze feststehen, eine große Verunsicherung bei den Netzbetreibern. Viele hatten gehofft, die Bundesnetzagentur würde, wie bereits in der 2. Regulierungsperiode, doch noch nachjustieren, nachdem man über unterschiedlichste Kanäle versucht hatte, Überzeugungsarbeit zu leisten.

Energieblog: Kann man die nun festgesetzten Obergrenzen von 6,91 Prozent bzw ...

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