45.000 € Schmerzensgeld - Beinamputation in Höhe des Oberschenkels

Mit Urteil vom 11.08.2016 hat das Landgericht Duisburg ein Krankenhaus in Oberhausen verurteilt, an den Sohn der mittlerweile verstorbenen Mandantin ein Schmerzensgeld in Höhe von 45.000 Euro zu zahlen. Die bereits im März 2013 verstorbene Mandantin hatte sich im Oktober 2004 wegen starker Ruheschmerzen im rechten Bein in der gefäßchirurgischen Abteilung des Krankenhauses behandeln lassen. Am 08.10. führten die Ärzte eine Aorto-Becken-Bein-Angiographie durch und behandelten sie in den Folgetagen mit Heparin. Am 13.10.2004 wurde der Mandantin ein Composite Bypass vom rechten Unterschenkel bis zum mittleren Oberschenkel implantiert. Im postoperativen Verlauf kam es zu einer Infektion der Wunde mit MRSA-Keimen. Am 29.11.2004 mussten die Ärzte das rechte Bein in Höhe des Oberschenkels amputieren. Bereits im November 2010 hatte die Gutachterkommission der Ärztekammer Nordrhein einen Behandlungsfehler bestätigt: Die Patientin hätte bereits am Folgetag der Einlieferung operiert werden müssen, da die Becken-Bein-Angiographie vom 08.10.2004 eine dringende OP-Indikation gezeigt hätte. Bei rechtzeitiger OP wäre statt einer Bypass-Operation ein Embolektomie- bzw. Thrombektomie-Verfahren angezeigt und erfolgversprechend gewesen. Die Behandlung mit Heparin sei dagegen unzureichend. Aufgrund mangelnder Hygiene im Krankenhaus sei es zu MRSA-Infektion gekommen. Nachdem das Krankenhaus trotz des Bescheides die Haftung abgelehnt hatte, bestätigte auch der gerichtliche Sachverständige die gerügten Behandlungsfehler: Es sei grob fehlerhaft gewesen, die Patientin nicht sofort bei Einlieferung, sondern erst sechs Tage später, am rechten Bein operiert zu haben. Die Angiographieaufnahmen des rechten Beines hätten zum Anlass genommen werden müssen, die Klägerin sofort zu operieren ...Zum vollständigen Artikel


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