Entschädigung für Tuifly-Passagiere?

Seit Anfang Oktober 2016 sind Passagiere der Tuifly Fluggesellschaft von massiven Problemen mit ihren Flügen betroffen. Wegen massenhafter Krankmeldungen mussten viele Maschinen am Boden bleiben. Dies bedeutete für betroffene Passagiere erhebliche Verzögerungen. Teilweise wurden die Flüge sogar annulliert. Eine Sprecherin von TUIfly hatte ausweislich einer Meldung der FAZ angekündigt, die Fluggesellschaft wolle die Gäste nicht entschädigen: „Die massenhaften und äußerst kurzfristigen Krankmeldungen sind ein außergewöhnlicher und nicht vermeidbarer Umstand im Sinne von höherer Gewalt.“

Doch das ist so nicht richtig! Laut der EU-Richtlinie zu Fluggastrechten müssen betroffene Kunden bei Verspätung oder Annullierung entschädigt werden, es sei denn, die Fluggesellschaft kann „außergewöhnliche Umstände“ nachweisen, die sich auch durch „alle zumutbaren Maßnahmen“ nicht vermeiden lassen. Hierzu zählen etwa Streiks und außergewöhnliche und extreme Naturereignisse. Die Erkrankung von Besatzungsmitgliedern ist nach der einschlägigen Rechtsprechung nicht als „außergewöhnlichen Umstand“ anerkannt.

Betroffenen Passagieren stehen gute Chancen auf einen Schadensersatzanspruch von bis zu EUR 600,00 gegen Tuifly wegen der eingetretenen Verzögerung zu.

Sind Passagiere mit einer Verspätung von 3 Stunden oder mehr betroffen steht Ihnen grundsätzlich ein Anspruch auf Entschädigung zu, soweit sie in einem europäischen Land gestartet sind. Das gilt auch, wenn sie in einem EU-Mitgliedstaat gelandet sind und die Airline ihren Sitz in Europa hat. Die Höhe der Ausgleichszahlung richtet sich danach, wie viele Stunden sich der Flug verspätet und wie lang die Strecke ist.

Wurde der Flug annulliert kommt es im Weiteren darauf an, zu welchem Zeitpunkt Tuifly die Passagiere informiert hat ...

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