Die „Zehn Gebote“ der perfekten Klausur

Die „Zehn Gebote“ der perfekten Klausur

von Dipl.-Jur. Jörn Linderkamp (Referendar am OLG Celle)

Die gute Nachricht zuerst: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, jeder kann sich verbessern! Oft sind es die gleichen (vermeidbaren) Fehler, die Klausurlösungen „verhunzen“. Aber auch die ordentlichen Bearbeitungen ähneln sich stark. Du kannst deiner Klausur ein Qualitätssiegel aufdrücken, wenn du die folgenden Regeln beachtest. Nach meinen Erfahrungen aus Studium und Referendariat und als Korrektor von zivilrechtlichen Examensprobeklausuren landet deine Ausarbeitung bei konsequenter Befolgung rasch im Prädikatsbereich.

Regel 1: Nicht bloß behaupten, sondern argumentieren!

Bsp.: Ein Bearbeiter schreibt lediglich: „Der § 224 I Nr. 4 StGB erfasst nur Mittäter.“

Isolierte Sätze wie diesen hier liest man leider sehr oft. Sie sind für einen Korrektor besonders ärgerlich. Denn der Verfasser hat zwar eine vertretbare Lösung zu Papier gebracht, aber den Lösungsweg verschwiegen! Da liegt der Verdacht nahe, dass er ihn gar nicht kennt. Es ist, als schriebe man bei einer mathematischen Gleichung das Ergebnis „42“ hin, ohne aufzuzeigen, wie man darauf kommt. Nun ist die Zahl ja bekanntlich die „Antwort auf alles“ und einen genauso beliebigen Eindruck hinterlässt der Bearbeiter auch.
Übertragen auf Jura heißt das: Du gewinnst mit „nackten“ Rechtsbehauptungen keinen Blumentopf! Denn einen guten Juristen zeichnet aus, dass er andere Leute von seiner Ansicht überzeugen kann. Wie aber soll das funktionieren, wenn jegliche Argumente fehlen?

Eine Argumentation darf natürlich trotz ihrer Bedeutung auf keinen Fall „im luftleeren Raum“ geschehen oder gar blind aus den Fingern gesogen werden ...

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