Bankenrettung und Dividendenpolitik

von Claus Koss

Bankenrettung und Dividendenpolitik von Prof. Dr. Claus Koss, veröffentlicht am 08.10.2016

Grundvoraussetzung für eine Dividendenausschüttung sind Zweierlei: (i) ein Bilanzgewinn (§ 58 Abs. 4, § 60 AktG; § 29 Abs. 1 Satz 2 GmbHG) und (ii) ausreichend liquide Mittel, um die Dividende auch auszahlen zu können. Kein Kapitalgeber wird die Ausschüttung an die Anteilseigner vorfinanzieren. Denn: wenn Geld weg, dann nicht mehr da. Aktionäre und GmbH-Gesellschafter müssen grundsätzlich nichts zurückzahlen.

Wenn das Bilanzrecht eine höhere Bewertung von Aktiven zulässt und genügend Geld vorhanden ist, begünstigt das Gewinnausschüttungen. Wenn das Geld dann aus öffentlichen Kassen stammt, haben diese die Ausschüttungen subventioniert. Der folgende Beitrag zeigt anhand aggregierter Zahlen, dass Kreditinstitute dies (a) getan haben und (b), wie der Mechanismus funktionierte.

In seiner Ausgabe vom 8. Oktober 2016 rechnet der Leitartikler der Zeitschrift "The Economist" (S. 15 f.; siehe Graphik auf dieser Seite) vor, dass zwischen 2007 und 2015

französische Banken etwas über 50 Milliarden Euro spanische Banken in der gleichen Größenordnung italienische Banken etwas über 30 Milliarden und deutsche Banken knapp unter 30 Milliarden

an Dividenden ausgeschüttet haben.

Zum Vergleich:

Der 2008 eingerichtete Finanzmarktstabilisierungsfonds verwaltete in der Spitze einen Etat von 480 Mrd. Euro (Quelle: Monatsbericht des BMF auf eigener Website vom 19.08.2016). Auf 150 Mrd. Euro taxierte der Chef-Ökonom der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, im Juli 2016 den Rekapitalisierungsbedarf für Europas Banken. Damals war insbesondere die älteste italienische Bank, die Monte dei Paschi di Siena, in die Schlagzeilen geraten. 40% von deren ausgereichten Krediten sollen notleidend sein.

So funktioniert die Umverteilung:

Ein Kreditinstitut kauft beispielsweise für den Handelsbestand Aktien. Gemäß § 340f Abs ...

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