Geistheilerin muss Umsatzsteuer berechnen

von Thorsten Blaufelder

Seminare für esoterische „Geistheilung“ sind keine medizinische Heilbehandlung. Sie sind daher auch nicht von der Umsatzsteuer befreit, wie das Finanzgericht (FG) Baden-Württemberg in Stuttgart in einem am Mittwoch, 05.10.2016, bekanntgegebenen Urteil entschied (AZ: 14 K 1338/15).

Es wies damit eine „Heilerin“ aus der Schweiz ab. Sie bietet auch in Deutschland Seminare an, die sich mit esoterischen Praktiken befassen. Hierfür führte sie in Deutschland keine Umsatzsteuer ab.

Als das Finanzamt von den Seminaren erfuhr, hakte es nach. Die Schweizerin gab an, sie erziele steuerfreie Umsätze. Ihre Tätigkeit sei mit der eines Heilpraktikers vergleichbar. Sie sei eine anerkannte „Heilerin“ und biete im Wesentlichen Ausbildungsseminare, eine „mentale Rückenbegradigung“, ein Aufrichten der Wirbelsäule, spirituelle Therapien, Reiki- und Lichtgrad-Einweihungen an. Die Heilung geschehe im Wesentlichen durch „Besprechen“ (Heilgebete), ein „Clearing“ sowie durch Handauflegen.

Das Finanzamt war davon nicht überzeugt. Es setzte Umsatzsteuer fest. Die „Heilerin“ klagte.

Wie nun das FG Stuttgart entschied, sind die Seminare „im Inland steuerbar und steuerpflichtig“. Steuerbegünstigt sei nur „eine Heilbehandlung im Bereich der Humanmedizin durch ärztliche oder arztähnliche Leistungen“ ...

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