Rezension: Konfliktverteidigung im Strafprozess

von Dr. Benjamin Krenberger

Heinrich, Konfliktverteidigung im Strafprozess, 2. Aufl., C.H. Beck 2016


Von Richter am Amtsgericht Carsten Krumm, Lüdinghausen




Man kann dieses Buch in seiner Bedeutung nicht hoch genug ansiedeln, wenn man als Strafrichter tätig ist oder sein wird. Neben dem bekannten Buch „Strafprozess“ von Göbel, das sicher jeder Strafrichter schon einmal genutzt hat, ist eigentlich auch „Konfliktverteidigung im Strafprozess“ ein echtes „must have“. Unser „Rezensenten-Oberhaupt“ Benjamin Krenberger hatte bereits die erste Auflage rezensiert und das Buch empfohlen. Ich selbst bin nun von der zweiten Auflage ebenso begeistert und zwar in jeder Hinsicht. Heinrich selbst ist Richter am Landgericht in Passau und hat erkennbar aus seiner Praxis heraus mit viel Liebe dieses nur etwas mehr als 200 Seiten starke Buch verfasst. Es handelt sich hierbei ausnahmsweise einmal um ein echtes „Richterbuch“. Verteidiger werden sich also weniger dafür interessieren. Dargestellt wird nämlich, wie man als Richter souverän mit Konfliktsituationen im Strafprozess umgehen kann und soll. Ebenso wie Verteidigerliteratur ist das Buch dementsprechend auch parteiisch. Dies freilich in einem positiven Sinne: Bereits in den ersten Kapiteln stellt der Autor dar, um was es bei der Konfliktverteidigung geht, nämlich nicht den von Dahs bekannten „Kampf um das Recht mit den Mitteln des Rechts“, sondern vielmehr um das Überschreiten der Grenzen des Erlaubten.


Heinrich geht dabei von den typischen Konfliktlagen in einem Strafprozess aus und zwar richtigerweise nicht nur von Konfliktlagen, die durch die Verteidigung geschaffen werden, sondern auch von solchen, die seitens des Gerichtes provoziert werden (Seite 12) ...

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