Potsdamer-Behördenwahnsinn: Hundekot-Regelung für Blinde

von Jannina Schäffer

Eine blinde Potsdamerin wurde immer wieder beschimpft, weil sie das Häufchen ihres Blindenhundes nicht entfernte und beantragte daher eine Ausnahmegenehmigung beim Ordnungsamt. Diese wurde ihr zuerst verwehrt, nun lenkt das Rathaus aber doch ein.

Auslöser des ganzen Streits ist eine Anfrage von Nicole Einbeck, der Vorsitzenden des Beirats für Menschen mit Behinderung in Potsdam. Die 46-Jährige ist blind und auf ihren treuen Führhund „Jona“ angewiesen. Sie gibt an, immer wieder von Passanten beschimpft zu werden, wenn sie das Geschäft ihres Hundes nicht entferne, da sie es schlichtweg nicht sehen könne.

Aus diesem Grund wollte sich Einbeck beim Ordnungsamt eine schriftliche Ausnahmegenehmigung ausstellen lassen, die sie im Zweifelsfall vorzeigen kann. Das Amt lehnte jedoch ab und fand zur Begründung sehr deutliche Worte: „Sehbehinderte Halter könnten schließlich mit der Hand den Rücken des Hundes entlang fahren – so dass sie merken, wo ungefähr der Kot liegt.“ Dies sei den Sehbeeinträchtigten auch zumutbar, da es spezielle Zangen mit einem langen Griff zur Entfernung der Häufchen gebe ...

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