Serie „Bilanzkosmetik“: Mehr Schein als Sein?

von Carola Rinker

Teil I: Einführung – Wie Tricksereien Unternehmen langfristig schaden

Tja, wie heißt es doch so schön: „Wer schöner ist als ich, ist geschminkt“. Dies gilt auch für die ein oder andere Bilanz. Dabei ist Bilanzkosmetik alias Windowdressing „lediglich“ das Aufhübschen der Bilanz. So eine Art „Frisur der Bilanz“. Dies darf keinesfalls verwechselt werden mit dem Fälschen von Bilanzen. Während Bilanzkosmetik nicht erlaubt ist, ist Bilanzfälschung hingegen verboten. Eine weitere Differenzierung finden Sie in meinem Artikel „Window dressing vs. ,Cook the book‘: Wo ist die Grenze zwischen Bilanzkosmetik und Bilanzfälschung?“

Bei Bilanzkosmetik nutzen Unternehmen den vorhandenen Bewertungsspielraum, die die handelsrechtlichen Regelungen nach HGB oder international die IFRS erlauben. Durch Bilanzpolitik kann so das Bild eines Unternehmens „geschönt“ werden. So werden Sondereffekte verschwiegen, um höhere Umsatzerlöse vorzutäuschen oder Firmenwerte nicht außerplanmäßig abgeschrieben.

Warum ist das Thema denn eigentlich wichtig? Ganz einfach. Kurzfristig sieht die Bilanz hübsch aus, Aktionäre und Vorstände profitieren durch höhere ausgewiesene Gewinne. Diese führen möglicherweise zu überhöhten Gewinnausschüttungen (Dividenden) für die Aktionäre und eine höhere Gewinnbeteiligung des Vorstandes. Auch das Rating des Unternehmens verbessert sich, sofern das Aufhübschen der Ratingagentur nicht auffällt ...

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