Kindesunterhalt und Ausland: Pflichten gelten über Grenzen

Eine Trennung ist nie einfach – insbesondere wenn Kinder im Spiel sind. Ist die Beziehung der Eltern zerbrochen und darüber entschieden worden, bei wem der Nachwuchs künftig leben wird, stellt sich regelmäßig die Frage nach dem Kindesunterhalt, den der andere Elternteil zu zahlen hat. Sie birgt reichlich Konfliktpotenzial. Besonders schwierig gestalten sich Unterhaltsfälle mit Auslandsbezug.

  1. Kindesunterhalt als Zankapfel?
  2. Grenzüberreifende Einforderung von Unterhalt
  3. Wenn der Unterhaltspflichtige im Ausland lebt
  4. Wenn das Kind im Ausland lebt
  5. Die Anpassung von Unterhaltsansprüchen
  6. Austauschjahr oder Auslandsstudium des Kindes
  7. Fazit
  8. Praxistipp
1. Kindesunterhalt als Zankapfel

Streitigkeiten im Familienrecht sind oft unübersichtlich und komplex – auch aufgrund von häufigen Neuerungen in der Gesetzgebung und Rechtsprechung. Für 2016 wurde zum Beispiel eine neue Version der Düsseldorfer Tabelle, nach der sich die Höhe des zu zahlenden Kindesunterhalts bemisst, veröffentlicht. Neben der Höhe des Unterhaltsbedarfes ist auch die Frage des so genannten Selbstbehalts häufig schwer zu beurteilen. Dabei geht es darum, wie viel Geld dem Unterhaltsverpflichteten (z.B. dem Vater) zur Deckung seiner eigenen Bedürfnisse erhalten bleiben muss, das heißt welcher Teil seines Einkommens nicht in den Kindesunterhalt fließen kann und darf.

Ausgesprochen anspruchsvoll ist die rechtliche Einordnung von Fällen, in denen entweder das unterhaltsberechtigte Kind mit einem Elternteil ins Ausland gezogen ist oder das Kind noch in Deutschland lebt, der unterhaltspflichtige Elternteil aber im Ausland wohnt.

2. Grenzüberreifende Einforderung von Unterhalt

In Fällen mit Auslandsbezug stellen sich zwei grundsätzliche Fragen:

  • In welchem Land kann bzw ...
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