Von wegen “Pornofilter” – Gutachten fordert zukunftsfähiges Konzept für technischen Jugendmedienschutz

von Felix Hilgert

Latent fühlte man sich an vergangene Zensur-Debatten erinnert, als die einschlägigen Medien letzte Woche meldeten, dass Jugendschützer nun wieder “Pornofilter im Browser” fordern. Informationsfreiheit ade? Künftig nur noch geblocktes Internet?

Ganz so einfach ist es natürlich nicht - denn gerade ein funktionierender technischer Jugendmedienschutz ermöglicht den verzicht auf Anachronismen wie Sendezeitbeschränkungen und leistet so einen Beitrag dazu, das Leben von Content-Anbietern wie Content-Nutzern leichter zu machen und dabei trotzdem Kinder und Jugendliche zu schützen. Wir erklären wie und warum:

Der rechtliche Hintergrund

Anbieter von Inhalten im Internet haben dafür Sorge zu tragen, dass Kinder und Jugendliche üblicherweise keine Angebote wahrnehmen können, von denen eine entwicklungsbeeinträchtigende Wirkung für ihre Altersstufe ausgehen kann. Dieser gesetzlichen Verpflichtung kann der Anbieter auf unterschiedliche Arten nachkommen – er hat hier insbesondere die Wahl zwischen einer zeitlichen Beschränkung der Verfügbarkeit, einer technischen Sperre (mit Registrierungs- Prüfungs- und Passwortpflicht), und der Kennzeichnung seines Angebots mit einer Altersfreigabe, die durch ein von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) anerkanntes Jugendschutzprogramm ausgelesen werden kann.

Die (Praxis-)Tauglichkeit solcher technischen Jugendschutzmaßnahmen wird bisweilen kritisiert. So verwenden derzeit nur wenige Nutzer überhaupt Jugendschutzprogramme. Hinzu kommt, dass viele der aktuellen Filtermechanismen z.B. nur begrenzt auf Einzelinhalte innerhalb von Apps zugreifen können und daher – insbesondere vor dem Hintergrund des medialen Nutzungsverhaltens heutiger Jugendlicher – nicht unerhebliche Schutzlücken aufweisen.

Um die aktuellen Herausforderungen an den technischen Jugendschutz und die Forderungen an ein zukunftsfähiges Konzept aufzuzeigen, hat jugendschutz ...

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