Schmerzensgeld oder „Der Witz, der einen Staplerfahrer seinen Job kostete“

Arnim Buck

Kennen Sie das? Jemand macht einen Witz – und keiner lacht. Für Kinder, die gerne jedes Maß verlieren, eine einschneidende Erfahrung: Wann ist was witzig? Das herauszufinden, bedarf mannigfaltiger Experimente. Was man bei Kinder entwicklungsbedingt hinnehmen muss, kann in der Erwachsenenwelt ernste Folgen haben bzw. den „Spaßvogel“ den Job kosten. Dazu folgender Fall, den das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein am 26.04.2016 zu entscheiden hatte (1 Sa 247/15):Der Fall

In der Fabrik düste der Mitarbeiter „Klaus“ mit einen Gabelstapler auf seinen Kollegen „Horst“ los, um ihn nach eigener Aussage „in die Brust zu zwicken“. Der Witz ging voll nach hinten los – und Klaus fuhr bei der Aktion dem armen Horst zweimal über den Fuß. Später erklärte Klaus diesen „Vorfall“ wie folgt: „Ich erwischte Horst mit dem linken Hinterrad am Hinterfuß. Dabei fiel er hin und schrie auf. Vor Schreck, weil ich dachte, dass ich noch auf seinem Fuß stehen würde, fuhr ich erneut über seinen Fuß…“ Also ein tragischer Irrtum. Für Horst ging die ganze Nummer nicht gut aus. Der wurde mit Blaulicht in die nächste Klinik verfrachtet, wo er sofort operiert wurde (Diagnose: teils dislozierte Mehrfragmentfraktur des Mittelfußknochens mit Gelenkbeteiligung).

Der Prozeß um Schmerzensgeld

Es kam wie es kommen mußte: Horst verstand keinen Spaß und verklagte Klaus auf Schmerzensgeld von € 10.000,00. U.a. begründete er seine Klage damit, dass er niemals wieder seine voller Arbeitsfähigkeit erlangen würde. Wer jetzt denkt, dass Klaus einsieht, dass er einen Fehler gemacht hat, irrt ...

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