Abschleppunternehmer wird zum Reichsbürger

von Stephan Weinberger

Dominik B. aus Bayern hat ein Problem: Schon seit über einem Jahr versucht er, sein Auto von einem Abschleppunternehmer aus dem Kreis Höxter zurück zu bekommen. Aufgrund einer Panne wurde der Pkw am 26. April 2015 abgeschleppt. Doch der Inhaber des Abschleppdienstes ist dem Umfeld des sogenannten Freistaates Preußen zuzuordnen und damit gelten „seine“ Regeln. Es ist nicht das einzige Auto, das verschwunden bleibt. Das Unternehmen hatte Steuerschulden, die Vollstreckung durch das Finanzamt stand an. Da scheint die Reichsbürgerszene für viele eine Art letzter Strohhalm zu sein, an den man sich klammern kann.

Der Eissener Inhaber des Abschleppunternehmers ist untergetaucht und zur Fahndung ausgeschrieben. Solange kann das Strafverfahren gegen ihn wegen Unterschlagung von drei weiteren PKW in den Jahren 2014 und 2015 vor dem Warburger Amtsgericht nicht fortgeführt werden. Sondereinsatzkräfte der Polizei suchten im Rahmen einer Razzia im März auf dem Gelände des Unternehmers nach Waffen. Den Behörden war bekannt geworden, dass Anhänger des „Freistaates Preußen“ an Waffen kommen wollten. Erst durch die mediale Berichterstattung im Magazin „Kontraste“ in der ARD wurde Dominik B. klar, dass er es hier mit einem Anhänger der Reichsbürgerszene zu tun hat. Bereits zweimal versuchte er, sich selbst ein Bild vor Ort zu machen. Doch das geht nun nicht mehr: „Das ist alles hermetisch abgeriegelt und videoüberwacht, da kommt keiner rein, der nicht reinkommen soll“, so der Geschädigte gegenüber der Zeitung „Neue Westfälische“.

Im April blieb der Audi (Wert ca. 10.000 Euro) des Geschädigten nach einem Motorbrand auf der A 44 liegen. Der angeforderte Abschleppdienst war damals Partnerbetrieb des Auto Club Europa e.V. Der Wagen wurde auf das Gelände eines Diemelstädter Autohauses transportiert, das angeblich auch dem Betreiber des Abschleppunternehmens gehören würde, gibt Dominik B. an ...

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