Muss ein Webshop einen Mindestwarenvorrat auf Lager haben?

Viele Webshops bieten ihren Kunden als Service einen Blick ins eigene Lager. Die Kunden können stets aktuell sehen, welche Stückzahl eines Produktes gegenwärtig noch auf Lager und daher sofort versandfertig ist. Doch müssen Webshops aus lauterkeitsrechtlicher Sicht einen bestimmten Mindestbestand einer Ware vorrätig haben, um nicht in Abmahngefahr zu geraten? Die IT-Recht Kanzlei informiert darüber in diesem Beitrag.

I. Was versteht man unter Warenverknappung?

In der Vergangenheit kam es bereits zu Abmahnungen, wenn ein Webshop bloß eine geringe Stückzahl eines Produkts auf Lager hatte und dies den Kunden gegenüber im Webshop auch angezeigt wurde. Doch ist es tatsächlich unlauter, nur eine geringe Stückzahl eines Produkts auf Lager zu haben?

Um diese Frage rechtlich zu beantworten, müssen zunächst zwei verschiedene Situationen auseinandergehalten werden:

- Ein Unternehmen hat stets nur die Anzahl von zwei oder drei Stück einer Ware auf Lager und bestellt erst wieder weitere Stücke beim Lieferanten in geringer Stückzahl nach, wenn der Lagerbestand tatsächlich auf null gesunken ist. Der jeweilige Lagerbestand wird den Kunden stets „live“ im Webshop angezeigt.
- Ein Unternehmen gibt im Webshop als Lagerbestand „live“ den Vorrat eines Produkts mit der Anzahl von drei Stück an, hat aber tatsächlich mehr Stücke auf Lager. Immer wenn ein oder zwei Stücke dieser Ware von Kunden bestellt und an diese versandt werden, erhöht das Unternehmen im Webshop die Angabe des dort angezeigten Lagerbestands automatisch wieder auf drei Stück.
Ist eine solche künstliche Verknappung des Warenvorrats bzw. eine solche falsche Angabe des eigenen Warenvorrats im Webshop lauterkeitswidrig und kann daher zu Abmahnungen führen?

II ...Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK