Fortbildung im anwaltlichen Berufsrecht - bald eine Berufspflicht?!

Traditionell – seit 1994 – ist der Rechtsanwalt nach § 43a Abs. 6 BRAO verpflichtet, sich während der Dauer seiner Zulassung fortzubilden. Der Fachanwalt ist nach § 15 FAO sogar gehalten, sich jährlich 15 Stunden auf seinem jeweiligen Fachgebiet fortzubilden und dies entsprechend den Kammern zur Aufrechterhaltung seiner Fachanwaltsbezeichnung anzuzeigen. Jetzt will der Gesetzgeber noch weiter gehen.Nachdem im Mai dieses Jahres der Referentenentwurf zur Änderung von Vorschriften im Bereich der rechtsberatenden Berufe vorgelegt wurde, folgte bereits am 3.8.2016 der entsprechende Gesetzesentwurf der Bundesregierung.Der aktuelle Gesetzesentwurf sieht die Schaffung eines neuen § 43e BRAO vor, der Wortlaut soll wie folgt heißen:„§ 43e BRAO-E - Kenntnisse im Berufsrecht(1) Der Rechtsanwalt hat innerhalb des ersten Jahres nach seiner erstmaligen Zulassung an einer Lehrveranstaltung über das rechtsanwaltliche Berufsrecht teilzunehmen. Die Lehrveranstaltung muss mindestens zehn Zeitstunden dauern und die wesentlichen Bereiche des Berufsrechts umfassen.(2) Die Pflicht nach Absatz 1 besteht nicht, wenn der Rechtsanwalt vor dem 1. Januar 2018 zugelassen wurde oder wenn er nachweist, dass er innerhalb von sieben Jahren vor seiner Zulassung zur Rechtsanwaltschaft an einer Lehrveranstaltung nach Absatz 1 teilgenommen hat.“ Berufsrechtliche Kenntnisse als QualitätssiegelEs wird daher für den ab 01.01.2018 neu zuzulassenden Rechtsanwalt und Syndikusrechtsanwalt eine Berufspflicht dahingehend statuiert, dass dieser eine Lehrveranstaltung von mindestens zehn Zeitstunden über die wesentlichen Bereiche des Berufsrechts absolvieren muss ...Zum vollständigen Artikel


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