Ermittlungen gegen Betreiber von Metin2 Piraterie-Servern – die rechtlichen Hintergründe

von Konstantin Ewald

Die Staatsanwaltschaft Heidelberg ermittelt derzeit gegen mehrere mutmaßliche Betreiber von Piraterie-Servern. Wie die GVU mitteilt, hat die Polizei am 14. September zeitgleich mehrere Wohnungen durchsucht. Dabei hat sie Rechner, Festplatten und diverse weitere Speichermedien beschlagnahmt. Den Beschuldigten wird unter anderem vorgeworfen, das Spiel „Metin2“ für ihre Zwecke illegal modifiziert und den Spielbetrieb auf den Servern betreut zu haben.

Unmittelbar nach den Durchsuchungen sind die beiden Server vom Netz gegangen, auch elf weitere illegale Server des Spiels sind mittlerweile offline.

Was sind Piraterie-Server?

Für eine Reihe von Onlinespielen gibt es illegale Piraterie-Server, auch bekannt als “Private-” bzw. “P-Server”. Insbesondere für MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role-Playing Game) lassen sich solche Server häufig finden. Die Anbieter greifen je nach Spiel auf rechtswidrig kopierte Versionen der offiziellen Serversoftware zurück oder emulieren die Funktionsweise der offiziellen Gaming-Server. Teilweise ändern die P-Server auch den Inhalt der Spiele ab oder bieten zusätzliche Funktionen (Mods). Geld verdienen die Anbieter durch den Verkauf von In-Game-Items oder anderen kostenpflichtigen In-Game-Elementen.

Im aktuellen Fall zu „Metin2“ schätzt die GVU, dass die Betreiber durch In-Game-Verkäufe Einnahmen in sechsstelliger Höhe erzielt haben. Für 10.000 Coins mussten Spieler beim Server Cyperia etwa 10 Euro bezahlen, die Preise für Items lagen zwischen 250 und 17.500 Coins.

Wie ist die Rechtslage?

Für Anbieter von P-Servern ist die Rechtslage eindeutig. Strafrechtlich droht gewerbsmäßigen Anbietern von P-Servern eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren gemäß §§ 106, 108a UrhG ...

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