Scheidungskosten wieder absetzbar

Seit 2013 waren Zivilprozesskosten – darunter auch Kosten für die Scheidung – nur unter den engen Voraussetzungen steuerlich absetzbar, dass die Existenzgrundlage und die Befriedigung lebensnotwendiger Bedürfnisse gefährdet waren.

Für Kosten, die bis 2012 angefallen sind, kann man sich auf ein steuerzahlerfreundliches Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12. Mai 2011 berufen (Az. VI R 42/10).

FG Köln: Scheidungskosten wieder absetzbar

Für Scheidungsfälle ab 2013 hat ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Köln (14 K 1861/15) die strengen Einschränkungen gelockert.
Demnach sollen die Kosten für Scheidungsverfahren jetzt jederzeit abgesetzt werden können. In diesem Urteil argumentierten die Richter, dass das „Scheidungsverfahren“ kein Prozess und auch kein Rechtsstreit sei. Als „Verfahren“ falle es begrifflich nicht unter das gesetzliche Abzugsverbot für Prozesskosten.

In einem weiteren Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz (Az. 4 K 1976/14) hieß es, dass eine Scheidung immer eine existenzielle Angelegenheit sei. Eine Ehe könne nur vor Gericht geschieden werden. Auch der Versorgungsausgleich, also das Aufteilen der Rentenanwartschaften zugunsten des schlechter verdienenden Ex-Partners, könne nur prozessual geklärt werden. Zumindest die daraus resultierenden Kosten seien zwangsläufig und damit abzugsfähig ...

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