Was ist denn jetzt mit den Scheidungskosten?

von Matthias Trinks

Gut achtzehn Monate und über 400 Blogbeiträge sind vergangen, seit ich mich hier nach der Abzugsfähigkeit von Scheidungskosten nach 2012 gefragt habe. Eine Antwort gibt es immer noch nicht.

Das ist wirklich frustrierend: Allein im ersten Halbjahr 2016 hat sich der Bundesfinanzhof in zehn Entscheidungen zur Abzugsfähigkeit von Scheidungskosten geäußert. In z-e-h-n Verfahren! Und nicht ein einziges Mal ging er dabei auf die Frage ein, ob eine Scheidung ein außergewöhnliches Ereignis darstellt.

Nun muss man sich darüber nicht unbedingt wundern. Soweit die Rechtsprechung erkennbar zurückreicht, hat der BFH sich noch nie groß mit dieser Frage beschäftigt. Schon 1955 genügte ihm ein einzelner Satz, um die Außergewöhnlichkeit festzustellen. Allem gesellschaftlichen Wandel und jeglicher Kritik aus der Literatur zum Trotz hat sich das in 60 Jahren nicht geändert. Naja, streng genommen doch: Inzwischen schreibt das Gericht nämlich gar nichts mehr zur Außergewöhnlichkeit, sondern beschäftigt sich nur noch mit der Zwangsläufigkeit.

Ich bin sehr gespannt, wie das ausgeht ...

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