Telefónica/O2: Von Smart Steps zu Advanced Data Analytics: Neuer Versuch der Verwertung von Standortdaten

Heise-Online hat gestern gemeldet, dass Telefónica nun auch in Deutschland (wieder) Daten und Standortdaten seiner Kunden verwerten möchte. Bereits im Jahr 2012 hatte Telefónica ein solches Vorhaben als „Smart Steps“ angekündigt, nach heftigem Protest aber wieder zurückgezogen.

Nun kommt mit „Advanced Data Analytics“ ein neuer Anlauf.

Ich hatte damals in einer ersten kurzen Analyse darauf hingewiesen, dass die Verwertung von Daten der Kunden von Telekommunikationsunternehmen und insbesondere Standortdaten hoch problematisch ist. Anschließend hatte ich die Rechtslage tiefer für einen Artikel in der K&R analysiert (Mantz, K&R 2013, 7 – PDF). Mein Fazit lautete damals (basierend auf den damals verfügbaren Informationen):

„Die Monetarisierung von Standortdaten, zumal in Kombination mit Bestandsdaten, ist nach derzeitigem Stand telekommunikations- und datenschutzrechtlich praktisch nur u?ber eine klare, deutliche und ggf. schriftliche Einwilligung zu rechtfertigen.“

Telefónica scheint aus dem Vorfall aus dem Jahr 2012 gelernt zu haben. Denn Datenschutz hat bei der Planung offensichtlich eine deutlich größere Rolle gespielt als damals. Heise-Online meldet, dass die weitergereichten Daten vor der Weitergabe durch ein dreistuftiges Anonymisierungsverfahren gelaufen sein sollen, das keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen zulasse. Außerdem könnten Nutzer jederzeit widersprechen:

„Nutzer können diesem Datenverkauf zwar jederzeit widersprechen – gesetzlich vorgeschrieben ist hier aber nur ein Opt-out-Verfahren, wie ein Telefónica-Sprecher ausführte. Was heißt: Wer nicht von sich aus aktiv wird, ist Teil der Datenverwertungskette. Kunden können über eine eigens eingerichtete Website widersprechen.“

Außerdem soll das Projekt durch den TÜV Saarland geprüft sein. Auf der Webseite wird dann auch das Anonymisierungsverfahren näher besprochen ...

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