Die Energiewirtschaft tappt durch den Nebel der Digitalisierung

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Dass sich die Branche verändert, darüber sind sich die Akteure der Energiewirtschaft einig. Dies ist jedenfalls der Eindruck, den man beim 11. Deutschen Energiekongress in München gewinnen konnte. Bei der Frage, welche Weichenstellungen in den nächsten Jahren notwendig sind, löst sich der Konsens allerdings auch schon wieder auf.

Wird es im Energy-only-Markt 2.0 gelingen, allein durch Preissignale das Verbraucherverhalten der volatilen Erzeugung anzupassen? Viele Referenten forderten dies direkt oder indirekt. Gleichzeitig ist kaum jemand davon überzeugt, dass das aktuelle Marktdesign ausreichende Preissignale aussendet; noch weiter entfernt sind selbstregulierende Mechanismen. Wie löst man dieses Paradoxon auf?

Insbesondere von dem „Allheilmittel“ Digitalisierung sollte man sich keine Wunder erwarten. Denn Vernetzung und Automatisierung können fehlende Marktmechanismen nicht ersetzen. So verwies Dr. Marie-Luise Wolff-Hertwig, Vorstandsvorsitzende der Entega AG, als Beispiel aktueller Digitalisierungsstrategien auf die Vernetzung der Klimaanlagen im Silicon Valley. Der Versuch, dieses Modell auf bayerische Brauereien zu übertragen und deren Kühlaggregate als Regelenergie zu nutzen, ist allerdings schwer nachvollziehbar. Nach einer analogen Berechnung für eine große deutsche Lebensmittelhandelskette kommt zu folgendem Ergebnis: Wenn man Energie für Tiefkühlung von 20 ...

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