Rücktritt, Widerruf, Kündigung? Wenn Kunden sich von Verträgen lösen wollen

von Rechtsanwältin Gloria M. Reich

Immer wieder gibt es Unklarheiten darüber, wie und ob sich Kunden von einem abgeschlossenen Vertrag lösen können. Dabei berufen sich viele Verbraucher nicht selten auf ein vermeintliches Recht, sich binnen „zwei Wochen“ ohne jegliche Zahlungsverpflichtung wieder vom Vertrag lösen zu können.

Aber stimmt das? Gibt es per se ein 14-tägiges Widerrufsrecht für Verbraucher? Nein. Es handelt sich hierbei um einen Rechtsirrtum, wir klären über die Begriffe Rücktritt, Widerruf, Anfechtung, Kündigung in diesem Post auf:

Diese Verwirrung ist nicht zuletzt den vielfältigen Rechten und juristischen Begrifflichkeiten geschuldet. Um auf etwaige Erklärungen von „Rücktritten“, „Widerrufen“, „Anfechtungen“ oder „Kündigungen“ reagieren zu können, haben wir für Sie die wichtigsten Begrifflichkeiten und deren konkrete Anwendung erklärend zusammengefasst. Welche Möglichkeit wann eingreift, um sich von einem Vertrag lösen zu können, hängt eng mit dem Vertragstyp, Vertragsinhalt und vom konkreten Lebenssachverhalt ab, so dass hier zunächst nur ein allgemeiner Überblick über die Begrifflichkeiten geschaffen werden kann:

DER WIDERRUF

Der Widerruf macht einen Vertrag unwirksam. Ein Widerrufsrecht kann sich aus einem Vertrag oder dem Gesetz ergeben. Also bevor Sie als Kunde mit diesem Begriff arbeiten: lesen Sie den Vertrag, von dem Sie sich lösen wollen einmal ganz genau. Wird Ihnen ein vertragliches Widerrufsrecht eingeräumt? Wenn nein, hilft eventuell das Gesetz weiter:

Das Gesetz sieht mehrere Widerrufsrechte vor, so insbesondere für sogenannte Haustürgeschäfte und Fernabsatzverträge, bei denen das häufig benannte zweiwöchige Widerrufsrecht besteht.Für diese Art von Vertragsabschlüssen ist charakteristisch, dass sich die Vertragsparteien bei Vertragsabschluss nicht einander gegenüber saßen (Fernabsatz) oder eine besonders ungewöhnliche, nahezu "überrumpelnde" Situation zum Vertragsschluss geführt hat, nämlich das sog ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK