Wer hat Mitleid mit der Deutschen Bank?

von Carola Rinker

Niemand. Und wen Sie fällt? Dann fällt sie halt?

Puh, das ist vielleicht eine sehr gewagte These. Aber was ist, wenn es hart auf hart kommt? Wenn Gewinne privat sind, muss dies auch für Verluste gelten. Aber nun der Reihe nach.

Laut einer Meldung der Deutschen Wirtschaftsnachrichten vom 18. September 2016 kann die Deutsche Bank die angekündigte Strafe der US-Regierung nicht bezahlen. Selbst eine geringe Strafe würde der Bank Probleme bereiten. Als Lösung wird die Verstaatlichung der Bank vorgeschlagen.

Die Deutsche Bank hat in ihrem Jahresabschluss „lediglich“ 5,5 Mrd. Euro für Rechtsstreitigkeiten zurückgestellt. Also 5,5 Mrd. Euro wurden als Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten gebildet. Zieht man die geschätzte Strafzahlung für einen Geldwäschevorwurf in Russland in Höhe von 2,5 Mrd. Euro ab, verbleiben 3 Mrd. Euro für die drohende Rekordstrafe in den USA. Ist das nun viel oder wenig?

Nun, angesichts der anvisierten Strafe in den USA in Höhe von 14 Mrd. US-Dollar ist die gebildete Rückstellung um einiges zu gering – auch wenn es sich um Dollar handelt du nicht um Euro. Es ist also ernst. Ziemlich ernst. Doch wer hat Mitleid mit einer Bank? Seit der Finanzkrise sicherlich niemand. Naja, fast niemand. Ausnahmen gibt es ja bekanntlich immer.

Ist es vielleicht Rache für die Strafe gegen Appel von der EU? Möglich. Es wird zumindest darüber spekuliert. Doch die Lage ist ernst. Sehr ernst sogar. Was war noch mal der Grund für die Strafzahlungen? Ach ja, stimmt. Die Deutsche Bank hat Risiken am Immobilienmarkt für amerikanische Anleger verschwiegen. Ok, das geht ja auch nicht.

Wenn die Deutsche Bank die Rekordstrafe bezahlen muss, bedeutet das für den Jahresabschluss folgendes: Zum einen wurde eine zu geringe Rückstellung gebildet. Daher muss zum Zeitpunkt der Zahlung der Strafe ein zusätzlicher Aufwand erfasst werden ...

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