Notiz: Tauben sind nicht nur Schädlinge, sondern dürfen auch nicht auf dem Balkon gefüttert werden

von Tom Stiebert

Dass Tauben als Schädlinge angesehen werden, ist seit einem Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs aus dem Jahr 2011 (8 A 396/10) bekannt. Wir hatten hierzu ausführlich berichtet.

Insbesondere stellte das Gericht damals fest:

,dass durch das Auftreten großer Schwärme wildlebender Tauben in Stadtgebieten, wie es im Gebiet der Antragsgegnerin stattfindet, eine erhebliche Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung eintritt. Die Abwehr einer solchen Gefährdung kann – bei Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit – ohne weiteres einen vernünftigen Grund im Sinne des § 1 S. 2 TierschG darstellen.

Auf die Gesundheitsgefährdung durch Tauben wurde explizit hingewiesen:

Gleichwohl gingen von den Tauben auch Gefahren für die Gesundheit aus, die nicht vom Anwendungsbereich des Infektionsschutzgesetzes erfasst seien. Hierzu zählten, insbesondere bei immungeschwächten Personengruppen wie Kindern, alten Menschen und Kranken – neben allergischen Reaktionen beim Einatmen von Feder- oder Kotstaub – auch starke Gesundheitsbelastungen sowie Allergien, die durch von Tauben verbreitete Parasiten wie der Taubenzecke und der Vogelmilbe hervorgerufen werden könnten.

In diese Kerbe schlägt nun auch ein aktuelles zivilrechtliches Urteil des AG München zur Zulässigkeit der Taubenfütterung auf einem Balkon einer WEG (485 C 5977/15 WEG).

Der Beklagte hat auf seinem Balkon Wassergefäße als Vogeltränken aufgestellt, an der Decke Meisenknödel sowie einen kleinen Behälter mit Käsestreifen und Sonnenblumenkernen aufgehängt und in den Blumenkästen Rosinen als Vogelfutter ausgelegt. Auf dem Balkon des Beklagten halten sich täglich viele Tauben auf. Die Eigentümergemeinschaft verlangte vom Beklagten, dass er die Fütterung von Tauben auf seinem Balkon einstellt. Hausdach und Balkon seien bereits erheblich durch Taubenkot verschmutzt. Es sei bekannt, dass Taubenkot ein intensiver Überträger von Keimen und Krankheiten ist ...Zum vollständigen Artikel


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