Links auf Nacktfotos und das Urheberrecht

von Olaf Rossow

Zwischen „Katastrophe für Blogs dank EuGH-Urteil“ und „Verlinken ist in der Regel keine Urheberrechtsverletzung“ schwankten die Überschriften der Zeitungen im Internet.

Wie ist das neueste EuGH-Urteil zum Verlinken von urheberrechtlich geschütztem Material nun zu bewerten? Dazu muss man sich den Fall genauer anschauen. Die niederländische Website „Geenstijl“ veröffentlichte einen Link zu dem australischen Filehoster „Filefactory“ mit dem Zugriff auf Nacktfotos einer Dame, die die Zeitschrift „Playboy“ für eine seiner Ausgaben erstellen ließ. Der Playboy hatte unstrittig die Urheberrechte an den Fotos.

Nacktfotos sollen Websitebesucher anziehen

Nachdem der „Playboy“ von dem Link erfuhr, forderte er „Geenstijl“ zunächst auf, den Link von ihrer Website zu entfernen. Trotzdem veröffentlichte „Geenstijl“ noch einmal einen Artikel mit dem entsprechenden Link auf die Website. Daraufhin forderte der „Playboy“ Geenstijl noch einmal erfolglos auf, den Link zu entfernen. Deshalb wandte sich der „Playboy“ nun an Filefactory, die der Aufforderung, die Fotos nicht mehr zugänglich zu machen, schließlich nachkamen.

Allerdings gab es nun einen anderen Filehoster, der die Fotos zur Verfügung stellte und auf den die „Geenstijl“ entsprechend verlinkte.

Wer hat das Recht auf Veröffentlichung?

Die rechtliche Frage, die sich hier stellte, war folgende: Die Europäische Richtlinie zum Urheberrecht (RL 2001/29) sagt aus, dass den Urhebern eines Werkes (wie Fotos) das ausschließliche Recht zusteht, die öffentlichen Wiedergabe ihrer Werke zu erlauben oder zu verbieten. Hintergrund dieses Rechts ist, dass der Urheber eine angemessene Vergütung bei einer öffentlichen Wiedergabe erhalten soll ...

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