Rezension: Psychologie im Familienrecht

von Dr. Benjamin Krenberger

Rezension: Psychologie im Familienrecht

Tewes, Psychologie im Familienrecht – zum Nutzen oder Schaden des Kindes?, 1. Auflage, Springer 2016

Von RAG Dr. Torsten Obermann, Münster

Das Buch, das sich vor allem an Familien richtet, die in familiengerichtlichen Verfahren verfangen sind oder dies zu werden drohen, setzt bei dem Gefühl des Ausgeliefertseins an, unter welchem Familien im Rahmen einer Begutachtung häufig leiden, und welches durch die in den letzten Jahren auch öffentlich stark in den Fokus gerückten Kritik an der Qualität der Arbeit der psychologischen Sachverständigen noch verstärkt wurde.

Um es vorweg zu nehmen: Das Buch erweist sich als eine ausgewogene Darstellung und für die Beteiligten als wertvoller Leidfaden zu einer befriedigenden Krisenbewältigung. Keineswegs handelt es sich um eine grundlegende „Abrechnung“ mit dem System der familienpsychologischen Begutachtung.

Der Autor, emeritierter Professor für Psychologie und selbst für mehr als vier Jahrzehnte forensischer Gutachter, legt ein auch für Laien gut verständlich geschriebenes, dabei aber wissenschaftlich psychologisch und rechtlich fundiertes Buch vor. In den drei einleitenden Kapiteln werden die grundlegenden rechtlichen und psychologischen Konzepte in Kindschaftssachen, die am Konflikt beteiligten Akteure mit ihren Rollen und Möglichkeiten zur Intervention vorgestellt. Herzstück des Buchs ist dann das vierte Kapitel, in welchem den Eltern „eigenverantwortliches Handeln und Mitdenken“ bei der Begutachtung ermöglicht werden sollen. Hieran schließen sich die Behandlung hochkonflikthafter Beziehungen und schließlich Fragen der Inobhutnahme von Kindern an ...

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