Examensreport: SR 1. Examen aus dem Januar 2016 Durchgang in Nordrhein-Westfalen

Sachverhalt (beruht auf einem Gedächtnisprotokoll)

Der N ist Angestellter bei dem eigetragenen Verein „Ein Herz für Schäferhunde“. Der Verein sammelt Spenden für die Arterhaltung Deutscher Schäferhunde. Der N ist verantwortlich für die Koordination, Verwaltung und Vergabe der Spenden. Der A ist ebenfalls bei dem e.V. beschäftigt. Seine Aufgabe ist es, Spenden von seriösen Spendern zu sammeln und jeweils abends bei dem N abzugeben.

Eines Tages spricht der in Geldnöten befindliche N den A an und schlägt ihm Folgendes vor: Er, N, fahre demnächst in den Urlaub. In dieser Zeit könnte der A abends dem Urlaubsvertreter V jeweils nur einen Teil der eingesammelten Spenden übergeben. Den anderen Teil solle er, A, einbehalten. Die Hälfte des einbehaltenen Betrages könne er behalten, die andere Hälfte solle er in einem Briefumschlag an die Urlaubsadresse des N schicken.

Während der Urlaubsabwesenheit des N trifft der A unter anderem auf die Passantin P. Die P ist grundsätzlich skeptisch, lässt sich aber aufgrund des angegebenen Zwecks, nämlich der Arterhaltung Deutscher Schäferhunde, zu einer Spende in Höhe von 300 Euro hinreißen. Wie von N vorgeschlagen gibt der A am Abend nur einen Teilbetrag in Höhe von 100 Euro an V ab. 100 Euro behält er für sich und 100 Euro legt er in einen Briefumschlag, den er an N versendet.

Nach seiner Rückkehr stößt der N auf den F, den Freund seiner Schwester. N kann F nicht leiden und fordert diesen auf, die Finger von seiner Schwester zu lassen. Als F sich weigert, ruft er laut „Fass!“, um seinen Schäferhund Rolf auf F zu hetzen. Der Schäferhund ist so dressiert, dass er bei diesem Kommando nur in die Wade beißt. F läuft in Panik davon und stürzt dabei in eine vier Meter tiefe Baugrube. Er erliegt sofort den Verletzungen. Den Tod hatte N nicht gewollt.

Strafbarkeit des A und des N nach dem StGB?

Unverbindliche Lösungsskizze

1. Tatkomplex: Die Spendenaktion

1. Teil: Strafbarkeit des A

A ...

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