Frontalangriff gegen den Auftraggeber?

Liebe Leser,

„die Geltendmachung eines Nachtrags wegen geänderter und zusätzli-cher Leistungen berechtigt den Auftraggeber nicht dazu, einen Pauschal-preisvertrag aus wichtigem Grund zu kündigen.“ Wie bitte? Kündigen? Was war da passiert, das zu diesem Urteil des OLG München (wer ge-nauer nachlesen möchte: Urteil vom 17.09.2013 - 9 U 4699/12 Bau; der BGH hat die Nichtzulassungsbeschwerde dagegen mit Beschluss vom 23.03.2016 - VII ZR 269/13 zurückgewiesen) geführt hat? Ist da tatsäch-lich ein Auftraggeber ernsthaft auf den Gedanken gekommen, seiner Baufirma zu kündigen, weil sie einen Nachtrag eingereicht hatte?

So seltsam und abstrus der Fall klingt: Dass Bauherrn einen Nachtrag der Baufirma vielfach als Frontalangriff, Majestätsbeleidigung und Versuch des Bauunternehmens einstufen, den Auftraggeber über den Tisch zu ziehen und auszunehmen, ist leider keine Seltenheit. Je „richtiger“ eine Baufirma agiert, desto mehr wird sie häufig zum Feindbild für den Auftraggeber. Dabei gibt insbesondere die VOB/B doch klare und eindeutige Vorgaben: Der Auftragnehmer hat (= „muss“, nicht „kann“) dem Auftraggeber seine Bedenken mitzuteilen, wenn er solche zum Beispiel gegen Leistungen von Vorunternehmern oder gegen Anordnungen des Bauherrn hat ...

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