MDK-Gutachten entkräftet Zweifel an Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – Arbeitgeber muss Gehalt bezahlen

von Thorsten Blaufelder

Für den Nachweis ihrer Arbeitsunfähigkeit können Arbeitnehmer auch ein Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) heranziehen. Das MDK-Gutachten kann mögliche Zweifel an der normalen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung entkräften, wie das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-Württemberg in Stuttgart in einem am 08.09.2016 veröffentlichten Urteil vom 06.07.2016 entschied (AZ: 9 Sa 20/16).

Es gab damit einer leitenden Verkaufsberaterin aus Südbaden recht. Sie hatte ihr Arbeitsverhältnis am 27.10.2015 zum 31.01.2016 gekündigt. Seit dem 27.10.2015 war sie auch durchgehend arbeitsunfähig krank. Ein Arzt hatte ihr mehrere Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausgestellt. Als ihr Arbeitsverhältnis Ende Januar 2016 auslief, befand sie sich gerade in einer Rehabilitationsmaßnahme.

Der Arbeitgeber zweifelte an der Arbeitsunfähigkeit. Er veranlasste daher zweimal eine Überprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK).

Der MDK ist eine Art Gutachtergremium der gesetzlichen Krankenversicherung. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Begutachtung von Arbeitsunfähigkeit. Ziel der Krankenkassen ist es dabei vorrangig, mögliche Maßnahmen auszuloten, um Dauererkrankungen zu vermeiden. Der MDK kann aber auch von Krankenkassen oder Arbeitgebern angerufen werden, die Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit haben.

Hier hatte der MDK zu beiden Terminen die Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Der Arbeitgeber behauptete dennoch, diese sei nur vorgeschoben. Daher verweigerte er die Entgeltfortzahlung ...

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