VW-Skandal – Ex-Vorstandsvorsitzender in Zivilklagen als Zeuge benannt

München, 14.09.2016 – Mehrere Zivilklagen geschädigter Aktionäre gegen Volkswagen benennen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn sowie den Ex-US-Chef Michael Horn als Zeugen. Gegen Winterkorn ermittelt bereits die Staatsanwaltschaft Braunschweig, da ein Anfangsverdacht auf Marktmanipulation bei Wertpapieren von Volkswagen besteht. Jetzt sind seine Aussagen auch im Rahmen der Zivilklagen von entscheidender Bedeutung.

Die Richter werden insbesondere die Frage klären müssen, ob Herr Winterkorn oder andere Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder von der eingesetzten Manipulationssoftware gewusst haben und es trotzdem unterlassen haben die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Unter Umständen haften Manager sogar mit ihrem Privatvermögen. Insgesamt steht Volkswagen Schadensersatzansprüchen von mehreren Milliarden EURO gegenüber.

Hintergrund der Klagen gegen VW

Die Kläger werfen dem VW Konzern vor, die Öffentlichkeit zu spät über die Manipulation der Dieselfahrzeuge informiert zu haben. Die Verwendung von verbotenen Abschalteinrichtungen (sog. „Defeat Devices“) und manipulierter Software soll bereits im Zeitraum 2005 – 2007 angefangen haben. Diese Informationen wurden aber erst im September 2015 bekannt. Durch den darauf folgenden plötzlichen Kursverlust der VW-Aktien sind den Investoren erhebliche Schäden entstanden.

Anspruchsberechtigte Aktionäre

Sämtliche Aktionäre, die ihre Wertpapiere ab dem 6. Juni 2008 gekauft haben, können Schadensersatzansprüche geltend machen. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Wertpapiere noch gehalten werden oder bereits verkauft worden sind. Es sind folgende Wertpapiere umfasst: VW-Anleihen, Stamm- und Vorzugsaktien von Volkswagen und Porsche, Derivate, Zertifikate und Optionen.

Musterverfahren und Einzelklagen

Im Rahmen eines Musterverfahrens werden vom Landgericht Braunschweig sämtliche relevanten Fragen hinsichtlich des VW-Skandals verbindlich geklärt ...

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